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Steuern für Selbstständige | Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Köprerschaftsteuer, Mehrwertsteuer

By 27. September 2018 No Comments

In diesem Artikel erfährst Du Alles zu den wichtigsten Steuerarten für angehende Selbstständige.

  • Welche Steuern sind grundsätzlich relevant?
  • Was sind die wichtigsten Fakten zu diesen Steuern?

Einkommensteuer

Fakten zur Einkommensteuer

Die Einkommensteuer besteuert das Einkommen von natürlichen Personen in Deutschland. Natürliche Personen sind Menschen wie Du und ich. Auch Einkünfte, die Du als Gesellschafter einer Personengesellschaft (OHG, GbR) erzielst, unterliegen der Einkommensteuer.

Was fällt unter die Einkommensteuer?

Unter die Einkommensteuer fallen verschiedene Einkunftsarten. Diese sind insbesondere:

  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (Angestellte, Arbeitnehmer)
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (Freiberufler)
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (Gewerbetreibende; auch Einkünfte als Gesellschafter einer Personengesellschaft)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (Ausschüttungen der UG/GmbH an die Gesellschafter)

Deine verschiedenen Einkünfte werden dabei addiert und als Summe unter der Einkommensteuer besteuert.

Steuersatz bei der Einkommensteuer

In Deutschland haben wir bei der Einkommensteuer eine Besonderheit: den progressiven Steuersatz. Bis zu einem Einkommen von ca. 9.000€ zahlst Du keine Einkommensteuer (Freibetrag). Darüber steigt der Steuersatz, je mehr Einkommen du erzielst. Das bedeutet, je mehr Einkommen Du erzielst, desto höhre ist auch der durchschnittliche Steuersatz.

Einkommensteuererklärung

Für Angestellte führt der Arbeitgeber die Steuer ab. Liegen andere Einkunftsarten vor, muss eine Steuererklärung abgegeben werden.

Gewerbesteuer

Fakten zur Gewerbesteuer

ACHTUNG: mit der Gewerbesteuer ist nicht die Einkommensteuer für Einkünfte aus Gewerbebetrieb gemeint. Es handelt sich um eine eigene Steuerart, mit einer eigenen Gesetzesgrundlage und eigenen Regelungen.

Was fällt unter die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer besteuert den Gewinn eines Gewerbetreibenden. Auch die Gewinne von Kapitalgesellschaften (UG/GmbH) und Personengesellschaften (GbR/OHG) unterliegen der Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer ist auch zu zahlen, wenn Du Einkommensteuer zahlst. Du kannst sie Dir allerdings auf die zu zahlende Einkommensteuer anrechnen lassen. Übst Du einen freien Beruf aus, so musst Du keine Gewerbesteuer zahlen. Du kannst Dir in einem solchen Fall aber auch keine Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer anrechnen lassen.

Steuersatz bei der Gewerbesteuer

Der Steuersatz bei der Gewerbesteuer beträgt etwa 14%. Der Steuersatz hängt teilweise davon ab wo Du wohnst bzw. wo die Betriebsstätte Deines Gewerbes liegt. Der jährliche Freibetrag für natürliche Personen (und Gewinnen von Personengesellschafter) liegt bei 24.500€ Gewinn pro Jahr. Für Kapitalgesellschaften gibt es keinen Freibetrag.

Körperschaftsteuer

Fakten zur Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer besteuert die Gewinne von juristischen Personen (Kapitalgesellschaften wie z.B. UH/GmbH) mit Sitz in Deutschland. Natürliche Personen und Gewinne von Personengesellschaften unterliegen nicht der Körperschaftsteuer.

Steuersatz bei der Körperschaftsteuer

Der Steuersatz der Körperschaftsteuer beträgt 15%. Es gibt keinen Freibetrag und die Gewerbesteuer kann nicht auf die Körperschaftsteuer angerechnet werden.

Mehrwertsteuer

Fakten zur Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer wird auch häufig Umsatz- oder Vorsteuer genannt. Wann Du welchen Begriff verwenden solltest, hängt von der Betrachtungsweise ab. Für den Endverbraucher ist die Mehrwertsteuer „einfach die Mehrwertsteuer. Ein Unternehmer, der eine Rechnung eines Lieferanten bezahlt, bezahlt mit der Rechnung auch die Vorsteuer. Wenn Du als Unternehmer eine Rechnung schreibst, muss in der Regel die Umsatzsteuer ausgewiesen, also auf der Rechnung dargestellt, werden.

Die Mehrwertsteuer besteuert den geschaffenen Mehrwert einer Dienstleistung bzw. eines Produkts.

Beispiel zur Mehrwertsteuer – Umsatzsteuer

Ein Unternehmer stellt Holzfiguren her. Er geht in den Wald und nimmt sich für 0€ einen Baumstumpf. Daraus schnitzt er eine Figur, die er verkaufen und daran 100€ verdienen möchte. Er hat also einen Mehrwert von 100€ geschaffen. Das bedeutet, er muss auf die 100€ 19% Umsatzsteuer aufschlagen. Er verkauft die Figur für 119€ und führt die 19€ Umsatzsteuer im Rahmen seiner Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt ab. Er hat 100€ an der Figur verdient.

Beispiel zur Mehrwertsteuer – Vorsteuer

Ausgehend von dem vorherigen Beispiel: Der Künstler hat den Baumstumpf nicht umsonst aus dem Wald genommen, sondern für 11,90€ bei einem Lieferanten gekauft. Der Preis von 11,90€ enthält bereits 1,90€ Vorsteuer. Der Künstler schnitzt die Holzfigur und verkauft sie für 119€.

Im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung kann er nun die bereits gezahlten 1,90€ Vorsteuer mit den 19€ Umsatzsteuer verrechnen, sodass er nur noch 17,10€ an das Finanzamt abführen muss. So kann er auch die mit allen weiteren Ausgaben gezahlte Vorsteuer, sofern diese auf der Rechnung ausgewiesen ist, von der abzuführenden Umsatzsteuer, aus seinen Verkäufen, abziehen. Hat er in einem Erklärungszeitraum mehr Vorsteuer gezahlt als Umsatzsteuer vereinnahmt wurde, wird ihm die Differenz erstattet.

Steuersatz der Mehrwertsteuer

Die Umsatzsteuer beträgt in Deutschland meist 7% oder 19%.